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„Umzingelt“ von jungen Wissbegierigen

  • Michaela Maureen Königshausen

Was für mich, damals in der Lehre zur Fachfrau Betreuung und später im Studium zur diplomierten Pflegefachperson HF, immer sehr bedeutsam und prägend war, waren meine Praxisausbildner:innen. Ich kann mich an alle noch bestens erinnern und sie haben mich wesentlich geformt zu der Person, die ich heute in meinem Job bin.

Immer noch denke ich manchmal daran, dass ich stets bedacht war mir das Beste von meinen Vorbildern mitzunehmen und anzueignen. Sei es die gute menschliche Grundhaltung, die klare Art zu kommunizieren, die Wärme und Geduld im Kontakt mit jungen Erwachsenen oder die strukturierte und ordentliche Herangehensweise.

Vor kurzem habe ich mit dem letzten Modul für die Weiterbildung zur Praxisausbildnerin begonnen. Gleichzeitig werde ich Ende Jahr das letzte Modul für die Zertifizierung als Dialektisch-Behaviorale-Therapeutin besuchen. Nebst der Tatsache, dass dies weiterführende Möglichkeiten für Pflegefachperson sind, haben diese zwei Kurse gemeinsam, dass es darum geht junge Menschen zu begleiten und sie in ihrem Prozess zu unterstützen.

Das macht meine Anstellung an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich elementar aus. In meinem Alltag bin ich umgeben von Heranwachsenden. Meine Patient:innen sind alle im Alter von 16 bis 25 Jahren und die Student:innen, die ich begleite sind es meist ebenso.

Sowohl als Praxisausbildnerin, wie auch als pflegerische Bezugsperson bin ich für viele junge Menschen Beispiel, wie man lernen, wachsen und miteinander leben kann. Ich identifiziere mich stark mit meiner Vorbildfunktion und bin mir bewusst, dass alles was ich tue und sage, bei meinem Gegenüber hängen bleiben kann. In dem Alter, in dem sich einerseits die Studierenden und Lernenden, aber eben auch die Patient:innen der Psychotherapiestation befinden, ist eine sensible Zeit in vielerlei Hinsicht. In der Pubertät und Adoleszenz stellen sich häufig die Weichen für einen Menschen, wie man sein Leben bestreiten wird.

Umso schöner empfinde ich es in der Pflege, Berufsbildung und Therapie, meinen Teil dazu beisteuern zu können. Den Wissbegierigen Frage und Antwort zu stehen, für sie da zu sein bei aufkommenden Krisen, ihnen Unterstützung zu bieten beim Bilden von eigenen Werten und Haltung und ihnen Beispiele geben, wie sich das Leben organisieren und bewältigen lässt. Hierbei ist mir wichtig, echt und spürbar zu sein, Vorbild darin zu sein, wie man mit Fehlern, unangenehmen Gefühlen und Situationen umgehen kann. Ich achte mich, verfügbar und verbindlich zu sein, sei es beim Durchführen der Bezugspersonengespräche oder dem regelmässigen planen von Lerngesprächen mit der Studierenden.

Denn genauso wie die für mich wertvollsten Eigenschaften meiner Praxisausbildnerinnen und Berufsbildner bei mir hängen geblieben sind, hoffe ich ebenso, für die jungen Menschen, die ich gegenwärtig begleite ein gutes „Role Model“ zu sein. Sie zu lehren, geduldig mit sich und anderen zu sein, Verständnis aufzubringen, sich selbst Gutes zu tun, für die eigenen Bedürfnisse und Grenzen einstehen zu können und ein Mensch in einem Leben eines anderen zu sein, der einem das Gefühl vermittelt, gesehen und gehört zu werden und Grund zu sein immer das Beste zu geben zu wollen.

Bemerkungen

Michaela Maureen Königshausen

Im Frühjahr 2019 schloss Michaela Maureen Königshausen ihr Studium zur diplomierten Pflegefachfrau HF ab. Ihre Praktika absolvierte sie alle in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, wo sie anschliessend ihren Platz auf einer Therapiestation für Frauen gefunden hat. Diese Station ist auf die Dialektisch-Behaviorale-Therapie, sowie die Begleitung von Müttern mit Baby spezialisiert.

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