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Ressourcenförderung

  • Parisa Abdulghani

Für den Erhalt des psychischen und physischen Wohlbefindens benötigen Menschen Ressourcen, sogenannte Kraftquellen. Gewisse Lebensereignisse können sich negativ auf die Ressourcen auswirken. Wie zum Beispiel Stress, der unter anderem als Verlust von Ressourcen definiert wird. In der Spitex Zürich legen wir grossen Wert darauf, die Ressourcen der Kunden und Kundinnen bestmöglich zu erhalten und zu fördern.

Deshalb werden bei der Spitex die Leistungen, welche bei den Kunden erbracht werden, regelmässig der Situation angepasst. Inwiefern dies manchmal problematisch sein kann, zeige ich euch anhand des Beispiels mit Kundin Frau B. auf.

Frau B. ist 90 Jahre alt und lebt allein. Ich habe Frau B. trotz ihrer langen Diagnoseliste als eine lebensfrohe, selbstständige und motivierte Dame kennengelernt. Neben vielem anderen leidet sie an Diabetes Mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit altersbedingt) und an Asthma. Bis zum Januar 2022 benötigte Frau B. lediglich Unterstützung beim Duschen, wobei sie den grössten Teil selbstständig durchführen konnte, beim Putzen, beim Richten der Medikamente und beim Anziehen der Kompressionsstrümpfe.

Im Januar 2022 erlitt die Kundin jedoch eine Unterarmfraktur und war demzufolge auf mehr Unterstützung der Spitex angewiesen. Obwohl ihr Arm nun schon seit einigen Wochen wieder verheilt ist, benötigt Frau B. nach wie vor in vielen Bereichen Hilfe, vor allem bei der Mahlzeitenzubereitung. Sie ist einiges schwächer geworden als vor dem Bruch. Zudem zeigt die Kundin auch viel weniger Lebenslust und ist auch nicht mehr so entschlossen die Dinge selbst an die Hand zu nehmen. Einfach ausgedrückt, sie hat sich daran gewöhnt, dass die Spitex mehr übernimmt und sie sich mehr zurücklehnen kann. Das ist aber auch völlig normal, denn der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier.

Problematisch ist hingegen, dass Menschen ziemlich schnell viel Muskelmasse verlieren. Deswegen werden die Pflegeleistungen bei Frau B. so angepasst, dass ihre Ressourcen gefördert werden und sie wieder mehr Muskeln aufbauen kann. Ihr Ziel ist es, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben, am besten bis zum Schluss. Dies möchten wir Frau B. so gut es geht ermöglichen und deshalb ist es von enormer Bedeutung, dass die Spitex und die Kundin beim Ressourcenaufbau Hand in Hand arbeiten.

Neu werden wir mit der Klientin täglich bis zum Briefkasten spazieren und wieder zurück in die Wohnung. Es klingt vielleicht nach relativ wenig, jedoch macht das sehr viel aus. Sobald wir und Frau B. merken, dass sie genug Sicherheit hat, wird der Spaziergang bis zum Park in der Nähe ausgeweitet.

Die Dynamik und Flexibilität der Spitex ermöglicht die Ressourcenerhaltung der Kundinnen und Kunden. Natürlich ist es normal, dass ein Mensch gewisse Ressourcen auch verliert, jedoch möchten wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass wichtige Ressourcen möglichst lange erhalten bleiben und die Kundinnen und Kunden so lange es geht in ihrem vertrauten Zuhause bleiben können.

Bemerkungen

Parisa Abdulghani

Parisa Abdulghani schloss im Sommer 2019 ihre Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ ab. Was sie bei ihrer spannenden Arbeit bei Spitex Zürich Sihl alles erlebt, welche persönlichen Erfahrungen sie macht und was sie beschäftigt, erzählt sie im PulsBlog. 

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