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Mein neuer Tagesablauf auf der Jugendstation der KJPP

  • Patryk Becker

Letzte Woche wurde es für mich ernst. Ich startete mein erstes Praktikum als angehender diplomierter Pflegefachmann HF in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP). Die KJPP befasst sich mit der Untersuchung, Früherkennung und Behandlung von Verhaltens- und Befindungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren.

Die KJPP an der Neumünsterallee besitzt zwei Stationen für Jugendliche mit je neun Behandlungsplätzen sowie eine Tagesklinik für Jugendliche mit ebenfalls neun Behandlungsplätzen. Hier werden, neben dem stationären und milieutherapeutischen Angebot der Pflege und der Sozialpädagogik, medizinische und psychologische Abklärungen, Beratungen und Therapien angeboten.

Zuvor habe ich schon als Fachmann Gesundheit in der Erwachsenenpsychiatrie gearbeitet, dort kam ich jedoch kaum in Kontakt mit Jugendlichen. Deshalb fühlte ich mich auf der Station für Jugendliche, trotz meiner Erfahrung in der Psychiatrie, erstmals ziemlich unbeholfen. Wie gehe ich auf die Jugendlichen zu, wie soll ich mit ihnen umgehen? Wo setze ich meine Grenzen? Wie unterstütze und informiere ich sie richtig? Diese Fragen und noch viele mehr schwirrten mir im Kopf herum.

So begann ich meinen ersten Arbeitstag auf der Station 1 in der KJPP an der Neumünsterallee. Auf dieser Station werden Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren betreut. Ich bemerkte gleich, dass nicht nur ich die Jugendlichen neugierig beäugte, sondern diese auch mich. Nach ein paar Anläufen legte sich dann jedoch die komische Anfangsstimmung und wir lernten uns besser kennen.

Die Jugendlichen haben ein straffes Tagesprogramm, damit sie die benötigte Tagesstruktur aufrechterhalten können. Natürlich beginnt der Tag mit dem Frühstück. Um viertel vor acht sitzen alle am Tisch, wer zu spät kommt, muss anschliessend den Küchendienst übernehmen. Das bedeutet, den Tisch fertig abräumen und putzen und alle vorgespülten Teller in die Geschirrspülmaschine stellen. Anschliessend gehen die Jugendlichen in die klinikinterne Schule, falls möglich auch in eine externe Schule. Sie sollen den Anschluss nicht verlieren und wenn möglich, wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. Mittagessen gibt es um viertel vor zwölf und auch hier gelten die gleichen Regeln wie am Morgen. Nach der Nachmittagsschule geniessen die Jugendlichen bis zum Abendessen ihre Freizeit.

Um viertel vor sechs gibt es dann wieder Essen. Danach wird die Station geputzt und erst anschliessend können die Jugendlichen ihren Feierabend geniessen. Es sei denn, es ist ein Abend-Programm geplant. Am Montag gibt es zum Beispiel den Montagsclub, hier werden aktuelle Themen besprochen und diskutiert. Das jeweilige Thema wird immer zuvor von zwei Jugendlichen vorbereitet.

Abends um acht Uhr freuen sich alle noch über ein paar Süssigkeiten, ab zehn Uhr herrscht dann Nachtruhe. Um diese Uhrzeit müssen die Jugendlichen spätestens auf dem Zimmer sein.

Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in den Tagesablauf der Jugendstation 1 geben konnte. Dies wird nämlich das nächste halbe Jahr auch mein Tagesablauf sein und ich werden in weiteren Blogbeiträgen über meine Erlebnisse berichten.

Bemerkungen

Patryk Becker

Nach der Lehre zum Fachmann Gesundheit in einem Spital startete Patryk Becker im März 2020 seine zweijährige Ausbildung zum Pflegefachmann HF in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Wie er die Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) erlebt, erzählt er im PulsBlog.

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