Alltagsgestaltung bedeutet neben einer sinnvollen Beschäftigung auch die Rhythmisierung des Tages, der Woche, des Monats. Grundsätzlich entscheidet jede Bewohnerin und jeder Bewohner selber über die Gestaltung des eigenen Alltags. Trotzdem bedeutet der Eintritt in eines unserer "Gesundheitszentren für das Alter" meist, dass man auf Unterstützung angewiesen ist und – mindestens vorübergehend –einen Teil der Selbstbestimmung aufgeben muss. Daher ist es unsere Aufgabe als Fachpersonen Gesundheit bei der Gestaltung des Alltags, den Bewohnerinnen und Bewohnern diese Selbstbestimmung zu ermöglichen, wenn sie aus Gründen wie Krankheit, Unfall oder Behinderung beeinträchtigt ist. Geschieht dies zu wenig, hat das Konsequenzen für ihre Lebensqualität, ihr Selbstbewusstsein, ihr Selbstvertrauen und auch ihre Lernfähigkeit.
Eine gute Alltagsgestaltung setzt voraus, dass man sich an den Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner orientiert. Ihre Biografie, Vorlieben, Interessen und auch die Ressourcen werden dabei berücksichtigt. Zentral sind für die Alltagsgestaltung die sogenannten ATLs (Aktivitäten des täglichen Lebens). Davon gibt es insgesamt zwölf: 1. Ruhen und schlafen, 2. Sich bewegen, 3. Sich waschen und kleiden, 4. Essen und Trinken, 5. Ausscheidung 6. Regulierung der Körpertemperatur, 7. Atmen, 8. Sicherheit, 9. Raum und Zeit gestalten, 10. Kommunizieren, 11. Frau und Mann sein, 12. Sinn finden.
Die Aktivierung ist ein Teil der Bewohnenden-Pflege und -Betreuung. Bestenfalls werden bei der Alltagsgestaltung alle Sinne aktiviert. Das erreicht man nicht nur mit Kochen, Backen oder Spielen, es gehören auch Ergotherapie und Physiotherapie dazu. Wenn ich Aktivierungen plane, beziehe ich die Bewohnerinnen und Bewohner immer mit ein – sie beteiligen sich genauso an der Planung. Wichtig für uns zu berücksichtigen ist, dass wir sie trotz allem nicht überfordern.
Für uns Menschen sind Aktivität und Beschäftigung wichtige Voraussetzungen zum Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität. Auch in unseren Gesundheitszentren ist nicht einfach nur Endstation. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen ihre Gewohnheiten weiterhin ausleben dürfen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir eine sinnstiftende Tagesstruktur mit den Bewohnenden planen. Werden die persönlichen Bedürfnisse nicht erfüllt, besteht die Gefahr eines Verlustes von Lebensqualität, Selbstwertgefühl sowie körperlicher und psychischer Gesundheit.
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