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Umgang mit Medikamenten

  • Vaagini Sivanesan

Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon darf ich Medikamente kontrollieren, richten und verabreichen. Man braucht viel Geduld und Konzentration, denn Fehler können für Bewohnerinnen und Bewohner fatale Folgen haben. Ich habe Respekt davor einen Fehler zu machen, aber ich werde unterstützt, damit dies nicht passiert.

Bevor man Medikamente verabreichen darf, muss man einiges über sie wissen – zum Beispiel zu Resorption, Indikation, Applikation, sowie den Wirkungen und Nebenwirkungen. Einige Informationen findet man auch auf der Website compendium.ch. Diese richtet sich speziell an Fachpersonen des Gesundheitswesens. Mithilfe der Website bekommt man schnell wichtige Informationen über ein Medikament. Andere Informationen lernt man in der Schule und in den überbetrieblichen Kursen und natürlich von den Kolleginnen und Kollegen.

Doch was bedeutet eigentlich «Medikamente richten»?
Das Vorbereiten der Medikamente nennt man «Medikamente richten». Um Medikamente zu richten, sollte man in einer ruhigen und konzentrierten Arbeitsatmosphäre arbeiten und es braucht eine ärztliche Verordnung. Bei uns im Betrieb gibt es eine blaue Weste, die wir immer anziehen, wenn wir Medikamente richtet und kontrolliert. Somit wissen die anderen Mitarbeitenden, dass wir nicht gestört werden dürfen.

Zudem ist es sehr wichtig, sich an die Hygienerichtlinien zu halten. So muss man immer vor dem Richten die Hände desinfizieren. Der Ablauf bei der Vorbereitung ist je nach Arbeitsfeld und System unterschiedlich. Um Fehler zu vermeiden, arbeiten wir nach der «6-R-Regel»: richtiger Klient (1), richtiges Medikament (2), richtige Dosierung (3), richtige Applikationsart (4), richtige Zeit (5) und richtige Dokumentation (6). Darauf ist beim Richten, Kontrollieren und bei der Verabreichung zu achten. Das «4-Augen-Prinzip» ist ebenfalls wichtig, und hilft, Fehler zu vermeiden. So wird zum Beispiel beim Insulin nochmals von einer zweiten Pflegefachperson kontrolliert, ob Einheit und Handelsname des Präparats korrekt sind, bevor es verabreicht wird.

Bei der Verabreichung von Medikamenten spielt der Einnahmezeitpunkt eine wichtige Rolle. Ob man das Medikament nüchtern einnimmt oder nicht hat einen Einfluss auf die Resorption. Bei Verabreichung peroraler Medikamente (durch den Mund) achte ich darauf, dass die Bewohnerin oder der Bewohner aufrecht sitzt und das Medikament mit 2–3 dl Wasser einnimmt. So ist es leichter zu schlucken. Bei einer Verabreichung von transdermalen Medikamenten (Salben, Gele), trage ich zwecks Eigenschutz Handschuhe, da es mein Körper über die Haut sonst auch aufnehmen würde. So und ähnlich muss ich auch bei anderen Medikamenten auf verschiedene Dinge achten.

Doch bei aller Vorsicht, wo Menschen arbeiten, passieren Fehler – so auch bei der Medikamentenverabreichung. Wenn es zu solch einem Fall kommt, wird mittels Fehlermanagement versucht, die Ursache des Fehlers zu finden und systematisch zu analysieren. Es wird folgendermassen vorgegangen:

1. Meldung an die diplomierte Pflegefachperson
2. Meldung an den Arzt/die Ärztin
3. Engmaschige Überwachung der Bewohnerin/des Bewohners
4. Genaue Dokumentation der Überwachung inkl. der eingeleiteten Massnahmen
5. Meldung an das Fehlermeldesystem
6. allenfalls Prozesse anpassen

Aus Fehlern kann und sollte gelernt werden, denn nur so können Massnahmen zur Fehlerminimierung abgeleitet werden. In unserem Betrieb steht uns dafür das Changemanagement zur Verfügung. Wir sollen kritische Ereignisse und Fast-Fehler melden. Somit kann ein Verbesserungsprozess eingeleitet werden.

Bemerkungen

Vaagini Sivanesan

Vaagini Sivanesan startete im Sommer 2020 ihre dreijährige Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit Im Pflegezentrum Gehrenholz. Warum sie sich für eine Ausbildung im Gesundheitswesen entschieden hat und wie sie die Arbeit in der Langzeitpflege erlebt, erzählt sie im PulsBlog.

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