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10 Jahre PUK – Meine Highlights auf dem Weg von der Studentin zur Stationsleitung

  • Michaela Maureen Königshausen

Im Jahr 2016 startete ich in der Alterspsychiatrie mit meinem ersten Praktikum in der Ausbildung zur Pflegefachfrau HF und am 20. März 2026 hatte ich mein 10-jähriges Jubiläum in der PUK! 

Am Anfang stand die Vorfreude auf die Ausbildung und die Neugierde auf die neuen Herausforderungen, jedoch hatte ich im ersten Jahr immer wieder Momente, in denen ich zweifelte. Als wissbegierige Person tat ich mich schwer mit erlebter Langeweile und war ungeduldig, wenn es für mich nicht schnell genug voran ging oder sich Inhalte wiederholten.

Da ich zuvor als Fachfrau Betreuung im Bereich Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet hatte, war mir ein Teil des Schulstoffs bereits bekannt. Selbst im Praktikum musste ich mich dem “Lehrplan” fügen und hatte mich in Kompetenzen, die ich davor als FaBe schon hatte, neu zu bewähren. Dazu gehörten beispielsweise Wundpflege oder das Verabreichen von Medikamenten. Ich fühlte mich dadurch oft unterfordert und hatte mit meiner Motivation zu kämpfen. Umso dankbarer war ich um meine engagierten Berufsbildnerinnen, die mich mit spannenden Einblicken und Gesprächen versorgten. Genauso freute ich mich jeweils enorm über die vielseitigen LTT-Tage (Lern, Transfer & Training; ähnlich wie ÜK), bei denen ich mich mit anderen Studierenden austauschen konnte.

Spätestens ab dem zweiten Jahr bereute ich meinen Entscheid für das Studium nicht mehr. Der Unterricht im Theoriesemester wurde psychiatriespezifischer und das Praktikum auf der Akutstation für Erwachsene fand ich unglaublich spannend und bereichernd. Eine bedeutende Rolle spielte dabei das grossartige Pflegeteam und mein Berufsbildner, welcher mich kompetent und mit viel Erfahrung und einer vorbildlichen Haltung begleitete. Ich war beeindruckt wie er Patient:innen in schwerer Krise auf Augenhöhe begegnete und dabei ruhig und klar blieb. Er nahm sich stets viel Zeit für mich und legte grossen Wert darauf, dass ich besondere Situationen ausführlich reflektierte. Danach war ich überzeugt: wenn ich diplomiert bin, gehe ich auf die Abteilung zurück! 

Michaela Königshausen
«Spätestens ab dem zweiten Jahr bereute ich meinen Entscheid für das Studium nicht mehr. Der Unterricht im Theoriesemester wurde psychiatriespezfischer und das Praktikum auf der Akutstation für Erwachsene fand ich unglaublich spannend und bereichernd.» 

 

Doch da hatte ich mich getäuscht. Denn meine liebste Station folgte im Abschlussjahr: die Psychotherapiestation für Frauen. Aus persönlichem, sowie fachlichem Interesse hatte ich mir gewünscht mit Borderline-Betroffenen therapeutisch arbeiten zu können. So fand ich mich also auf meiner Wahlstation wieder und durfte ein weiteres wunderbares motiviertes Pflegeteam kennenlernen. Ausserdem hatte ich erneut das Glück, eine Berufsbildnerin zu haben, die für mich als Pflegefachfrau ein absolutes Vorbild war und ist, sowie eine Stationsleiterin, welche mit Herzblut den Schwerpunkt mit aufgebaut hat und bis heute trägt.

«Doch da hatte ich mich getäuscht. Denn meine liebste Station folgte im Abschlussjahr: die Psychotherapiestation für Frauen.» 

Im Frühjahr 2019 - ich kann mich noch gut erinnern – sagte die damalige Bildungsverantwortliche bei meinem Abschlussgespräch im Zusammenhang mit meinen Entwicklungsmöglichkeiten sowas wie: «Du musst dich entscheiden: Entweder Bildung, Fachbereich oder Leitung», doch ich wollte und konnte mich nicht entscheiden. Also habe ich alles ausprobiert, was mir möglich war, und jede einzelne Erfahrung sehr geschätzt. Ich startete bald mit der Therapieausbildung (Dialektisch-Behaviorale Therapie) und mit einem Jahr Berufserfahrung als Diplomierte durfte ich in die Bildung einsteigen.

Meinen Weg hatte ich nicht so genau geplant und gleichzeitig wusste ich stets, was mir wichtig ist und wo ich mich in Zukunft potenziell sehe.
Nun schaue ich voller Stolz, Freude und Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück: mit talentierten Studierenden, die ich in der Praxis begleiten durfte, berührenden Begegnungen mit Patientinnen und Patienten sowie intensiven, prägenden Momenten und bereichernden Weiterbildungen. An einige Momente erinnere ich mich gerne zurück und andere Geschichten lösen manchmal noch heute Schmerz, Bedauern, Wut und Trauer aus. Doch das ist Teil meiner Arbeitswelt und genauso wichtig.

«An einige Momente erinnere ich mich gerne zurück und andere Geschichten lösen manchmal noch heute Schmerz, Bedauern, Wut und Trauer aus. Doch das ist Teil meiner Arbeitswelt und genauso wichtig.» 
Michaela Königshausen

In meiner Tasche trage ich heute ein Diplom und drei Zertifikate; als DBT-Therapeutin, als Praxisausbildnerin und als ADHS/Autismus-Coach. Ich bin um viele wertschätzende Kontakte und Feedbacks reicher geworden; als Arbeitskollegin, Kursleiterin, Bezugsperson oder Vorgesetzte und bin jetzt neugierig auf mein nächstes Kapitel im CAS «Leadership», den ich im Oktober starten werde.

Michaela Maureen Königshausen

Michaela Maureen Königshausen, dipl. Pflegefachfrau HF, ist seit ihrem Studium in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich tätig. Sie hat sich kontinuierlich weitergebildet und arbeitet seit mehreren Jahren auf einer Therapiestation für junge Frauen, welche sich auf DBT und Traumatherapie spezialisiert hat. Dort war sie bereits Berufsbildnerin, sowie Fachexpertin und seit 2024 stellvertretende Stationsleiterin.

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